„Kultur und Tradition“

Starker familiärer Zusammenhang

Nach wie vor steht die Familie in Malta im Mittelpunkt des täglichen Lebens. Die Bande zwischen den Familienmitgliedern, ob jung oder alt sind nach wie vor stark und intakt. Die vielen Feiertage und Festas sowie Sonntage bieten bestens Gelegenheit zusammen zu kommen und gemeinsam zu essen und zu feiern. Viele Familienmitglieder sind ausgewandert, bleiben aber immer mit Malta und ihren Familien verbunden und sind auch im Ausland stolz Malteser zu sein.

Politisch interessiert und aktiv

In jedem Dorf haben die beiden grossen Parteien Ihr Centru. Der Malteser macht kein Geheimnis, welche Partei man favorisiert, Laburista oder Nationalista. Sie lieben zu debattieren und zu feiern, wenn gerade wieder Wahlen anstanden.

Für England oder Italien

Vorallem im Sport kommt die Liebe zum einen oder anderen Land stark zum Ausdruck. Spielt eine der genannten Mannschaften, wird sie wie die eigene gefeiert. Sprachlich wie von der Mentalität her waren die Malteser schon immer sehr stark mit Italien verbunden und die Britischen Herrschaft in Malta hinterliess auch seine Spuren.

Wettleidenschaft

Malteser lieben Bingo, Lotto, Fussball-Toto oder andere Glückspiele, wie Pferderennwetten. Gerne werden aber auch irgendwelche Wetten mit kleinen Einsätzen untereinander abgeschlossen.

Festas

Feiertage bestimmen das Leben auf den Inseln - einige sind sogar Nationale Feiertage, wie das Fest der Heiligen Maria (Santa Marija) Mitte August. Andere, wie das Hafenfestival oder L'Imnarja Ende Juni, sind von Brauchtum und Folkore geprägt. Am wichtigsten für die Dörfer sind ihre jeweils eigenen «Festas», mit denen der Schutzheilige ihrer Pfarrgemeinde geehrt wird.

Kirchliche Feste wie Weihnachten und Ostern werden ausgiebig und traditionell im grösseren Familienkreis gefeiert. Die Zeit der Gedenkfeierlichkeiten wird auch zum Essen, Trinken und Fröhlichseins genutzt – daran erkennt man die mediterranen Wurzeln der Malteser. Die Familien veranstalten grosse Weihnachts- und Osterfestmahle, um zusammen mit ihren Verwandten für all ihr Hab und Gut Dank zu sagen. Während den «Festas» bieten mobile Verkaufsstände traditionelle Süssigkeiten und Delikatessen an wobei auch moderneres Fastfood nicht fehlt.

Die Malteser sind stolz auf ihre Religion und ihre Pfarreien. Jeder Festtag wird mit grossem Aufwand organisiert und vorbereitet, ganz gleich, ob es sich um ein Dorffest oder um ein bedeutendes christiliches Fest handelt.

Auch Touristen sind bei den Festas willkommen. Mischen Sie sich unter die Leute oder schliessen Sie sich der Gemeinde in der Kirche an - so lernen Sie die Bevölkerung Maltas wirklich kennen und erhalten einen echten Einblick in die maltesische Kultur und Tradition.

Ein typischer Ablauf einer maltesischen Festa
Bereits am Samstag morgen knallen die ersten Feuerwerke in den Himmel, damit sicher niemand das Fest vom kommenden Abend vergisst. Man kleidet sich sonntäglich für den Gottesdienst und schreitet durch das mit Fahnen und Lampen geschmückte Ort zur Kirche. Nach der Messe marschiert der Musikverein spielend durch die Strassen. Jung und alt ist auf der Strasse vor der Kazin Banda (Klubhaus der Blaskapelle) oder beim Kirchplatz. Man kann sich an den verschiedenen Marktständen mit Essen und Trinken sowie mit Süssigkeiten verpflegen.
Am Abend vor dem Feuerwerk spielt die Musikkapelle ihr Konzert und Festredner halten ihre Ansprachen. Wenn es dann endlich dunkel wird, steigt das lang erwartete Feuerwerk zum Himmel. (Die Feuerwerke werden mit viel Liebe zusammengestellt und gezündet, erwarten Sie aber nicht ein Feuerwerk, wie wir sie von den Seenachtsfesten her kennen.)
Am Sonntag beginnt dann der eigentliche Festakt. Die Dorfbewohner gehen zum Gottesdienst. Der Sonntag Nachmittag wird dann im Kreise der Familie mit einem reichlichen und längeren Essen verbracht. Am Abend dann beginnt dann die eigentliche Prozession. Die Statue des Kirchen-Schutzpatrons wird von starken Jugentlichen durch die Strassen getragen und schlussendlich wieder zur Kirche zurück gebracht. Dort wird die Statue wieder ihrem alten Bestimmungsort übergeben.

Religion

Hier gibt es keine Alternative, man ist römisch katholisch. Nicht von ungefähr hat das kleine Land mit seinen gerade mal 400'000 Einwohnern 365 Kirchen. Die Religion bestimmt heute noch stark das tägliche Leben auf Malta. Kirchlich kann man sich immer noch nicht scheiden lassen. Baden oben ohne ist auch nicht erlaubt und sollte auch respektiert werden. Genauso wird erwartet, dass man sich bei einem Kirchenbesuch dementsprechend kleidet und nicht halbnackt hereinspaziert.

Feiertage

1. Januar

Neujahrstag

10. Februar

Schiffsbruch Apostel Paulus

19. März

Josefstag

Ostern

Karfreitag und Ostersonntag

1. Mai

Tag der Arbeit

7. Juni

Aufstand vom 7.6.1919

29. Juni

Fest des heiligen Peter und Paul

15. August

Maria Himmelfahrt

8. September

Feast of Our Lady of Victories

21. September

Unabhängigkeitstag

8. Dezember

Maria Empfängnis

13. Dezember

Tag der Republik

25. Dezember

Weihnachten

Schwatz und Tratsch

Wie überall im Süden trifft man sich im Freien, sei es nach der sonntäglichen Messe auf dem Dorfplatz oder beim Spaziergang entlang der Meerespromenaden und natürlich in den Centru's ihrer Partei. Oft wird einfach auf einer Bank gesessen und geschwatzt oder man unterhält sich beim Stehen, da man beim Spazieren immer jemanden kennt und sich miteinander unterhält. Meist bildet sich eine Gruppe mit Frauen und eine Gruppe mit Männern. Es lässt sich ja unter Gleichgesinnten besser tratschen.

Man kehrt gerne in die Cafés ein und man sieht die Malteser fast zu jeder Tageszeit irgend etwas essen. Überall finden Sie kleine Shops, wo Sie günstig kleine Pastizzis kaufen können. Auch die «guten alten Tante Emma Läden» sind glücklicherweise noch vorhanden, wo der tägliche Einkauf gemacht wird. Man darf es hier allerdings nicht eilig haben, auch da ist eine Unterhaltung untereinander wichtig und man erfährt hier so das Neuste. Ist der Ladeninhaber mal gerade beim Gestell nachfüllen oder hat er im gegenüberliegenden Haus, wo er sein Lager hat, etwas zu holen, wird erst diese Arbeit getan, bevor er weiter einkassieren kann. Dafür entschädigt er den Kunden mit einem persönlichen Schwatz.

Das maltesische Haus ist ein kleines Castel

Von aussen her gesehen wirken die Häuser eher unauffällig, mit aller Liebe wird aber der Innenbereich gepflegt und liebevoll dekoriert. Die Malteser lieben stilvolle und klassisch manchmal verschnörkelte Möbel. An den Wänden hängen mit Vorliebe alte Bilder in wuchtigen Rahmen. Die gute Stube dient für den Empfang von Gästen und für Familienfeierlichkeiten. Das tägliche Leben spielt sich mehr in der Küche oder im angrenzenden Esszimmer ab. Vor den Festtagen, wie Weihnachten, Ostern oder dem Dorffesta wird das Haus liebevoll mit Figuren, Krippen, Abendmahl-Darstellungen dekoriert.

Die Wohnungen

Die Wohnungen sind oft sehr schmal, meistens gibt es einen langen Korridor mit in nur einer Reihe angeordnete Zimmer mit kleinen Fenstern um so wenig Hitze wie möglich ins Haus zu lassen. Obwohl es kein heimisches Holz in Malta gibt oder vielleicht gerade deshalb, fallen die schönen Holztüren auf, welche die Räume abtrennen. Besonders sind die geschlossenen hölzernen Balkone, welche zur Strassenseite angebracht sind. Leider wurde zwischendurch neuere Aluminumkasten verwendet, die nichts fürs Auge bieten. Bei Neubauten wird heute wieder vermehrt schöne Holzkasten verwendet

Der Innenbereich

Von Aussen verborgen bleiben die kleine Gärten hinter dem Haus, wo schattenspendende Bäume und Pflanzen gehegt und gepflegt werden. Es gibt Seitenstrassen, wo liebevoll kleine Bäume und Pflanzen die Hausmauern schmücken.

Auf peinliche Sauberkeit wird ihm Wohnbereich geachtet, auch das Trottoir vor der Haustür wird gereinigt und das Auto nach jedem Regen oder angesetztem Staub sofort wieder von Hand gewaschen. Dies im krassen Gegensatz, wie sonst alles achtlos weggeworfen oder einfach irgendwo deponiert und hinterlassen wird

Hausnamen

Viele Häuser werden mit einem Namen benannt, der sich oft aus einer Abkürzung aus den Vornamen der Eheleute ableitet. Ein Motiv aus der Bibel schmückt dann zusätzlich den Eingangsbereich.

Immobilienmarkt

Wenn Sie sich für den maltesischen Immobilienmarkt interessieren, erhalten Sie weiterführende Informationen auf unserer Webseite Immobilien Malta

Sprachen

Nebst der maltesischen Sprache ist Englisch zweite offizielle Landessprache. Doch Maltesisch bestimmt das normale Leben. Die meisten Malteser verständigen sich in Maltesisch. Es gibt Zonen, wie in der Umgebung von Sliema und St. Julian, wo es als chic gilt, Englisch zu reden. Als dritte Sprache verstehen die Malteser sehr gut Italienisch.